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  • Nicola Dittmar

Die Hochzeitstorte - Mythen, Aberglaube, Brauchtum 🍰

Der Gestaltung der Hochzeitstorte sind keine Grenzen gesetzt. Mehrstöckig, mit Motiven, in bestimmten Formen, mit FĂŒllungen, verschiedenen Glasuren, in knalligen Farben oder ganz puristisch tritt sie sowohl auf modernen als auch auf traditionellen Hochzeitsfeiern spektakulĂ€r auf.


Doch woher kommt eigentlich der Brauch der Hochzeitstorte?

Den Überlieferungen zufolge stammt dieser Brauch aus dem alten Rom. Über den HĂ€uptern der Brautpaare wurde ein Mandelkuchen zerbröselt und anschließend wurden die KrĂŒmel durch die GĂ€ste aufgehoben und verzehrt. Hierdurch sollte dem Brautpaar Reichtum und Wohlstand beschert werden. Durch das Aufheben der KrĂŒmel sollte sich dieser Segen auch auf die GĂ€ste ausstrahlen.

Ein weiterer Brauch aus dem alten Rom beschreibt das Zerteilen des Hochzeitskuchens in zwei HÀlften, welche durch die Braut und den BrÀutigam als Gaben an die HochzeitsgÀste verteilt werden.


Die Hochzeitstorte, wie wir sie heute kennen, findet im 19. Jahrhundert ihren Ursprung. Insbesondere die adelige Gesellschaft ließ ĂŒppige Torten durch professionelle Konditoren anfertigen und prĂ€sentierte diese ihren GĂ€sten in festlicher AtmosphĂ€re.


WĂ€hrend die adeligen Kaufleute und Gutsbesitzer fĂŒr diesen Brauch meist Marzipan verwendeten, griffen die einfachen BĂŒrger auf Brot zurĂŒck. Zu den Worten „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ wurde mit dem Messer ein Kreuz auf das Brot „gezeichnet“.

Das erste StĂŒck galt der Braut. Dieses wurde nicht von ihr gegessen, sondern fĂŒr den spĂ€teren Sauerteig und ihr erstes selbstgebackenes Brot als Ehefrau aufbewahrt und verwendet.

Das zweite StĂŒck wurde dann durch die Brautleute verzehrt.


In England und Amerika wurden im 18. Und 19. Jahrhundert selbst hergestellte Kuchen von den GĂ€sten mitgebracht und zu einer Torte aufeinandergestapelt. Das Paar sollte sich ĂŒber dem Kuchenturm kĂŒssen. Wenn dieser dabei nicht umfiel, wurde eine glĂŒckliche Ehe prophezeit.


Mythen, Aberglaube und Brauchtum:


Nummer 1: Die klassische Hochzeitstorte ist weiß. Die Farbe Weiß steht fĂŒr Reinheit und stellt eine Verbindung zur Braut (in weiß) her. Deswegen wurde sie auch als „Kuchen der Braut“ bezeichnet. Zudem wird davon ausgegangen, dass die weiße Glasur fĂŒr Reichtum stand.


Nummer 2: Marzipan ist unverzichtbar. Marzipan setzt sich aus Zucker, Mandeln und Rosenöl zusammen. Der Zucker steht fĂŒr das GlĂŒck und die Liebe, die Mandeln fĂŒr die Bitterkeit und schweren Zeiten, die gemeinsam ĂŒberwunden werden und das Rosenöl fĂŒr die Leidenschaft in der Beziehung.


Nummer 3: Zwei Kaffeebohnen werden in die Hochzeitstorte eingebacken. Die eine ist geröstet und die andere nicht. Wer die geröstete findet, dem wird ein glĂŒckliches Eheleben vorausgesagt und wer die ungeröstete findet, dem wird ein Leben als Junggeselle prophezeit.


Nummer 4: Stockwerke Dreistöckig: heilige Dreifaltigkeit (Vater, Sohn, Heiligergeist)

FĂŒnfstöckig: Lebensabschnitte (Geburt, Kommunion /Konfirmation, Heirat, Kinder, Tod)


Nummer 5: Das Anschneiden symbolisiert den Verlauf der Ehe. Gemeinsam wird das Messer zur Torte gefĂŒhrt. Wessen Hand beim Schneiden die FĂŒhrung ĂŒbernimmt, wird auch in der Ehe „die Oberhand“ behalten


Nummer 6: Das Brautpaar fĂŒttert sich gegenseitig nach dem Anschneiden der Torte mit dem ersten StĂŒck. Dieser Brauch steht fĂŒr gegenseitige FĂŒrsorge.


Nummer 7:

Die obere Etage soll nicht wĂ€hrend der Hochzeitsfeier verzehrt, sondern eingefroren werden. Dieser Brauch soll GlĂŒck bringen. Die erste HĂ€lfte der obersten Etage soll am ersten Hochzeitstag und die zweite zur Taufe des Erstgeborenen verzehrt werden.


Nummer 8: Es bringt UnglĂŒck, wenn die Braut die Hochzeitstorte selbst backt.


Nummer 9: Die Person, welche das Messer reicht, wird schon bald von UnglĂŒck betroffen sein. Deswegen sollte das Messer nicht gereicht werden, sondern schon bereit liegen.


Nummer 10: Je mehr Leute das Anschneiden der Torte bezeugen können, desto grĂ¶ĂŸer wird das EheglĂŒck sein.

Noch bis vor wenigen Jahren wurde mit dem Anschneiden der Torte bis um Mitternacht gewartet. Immer mehr Brautpaare entscheiden sich dazu, die Hochzeitstorte bereits mittags zur Kaffeezeit oder als Dessert unmittelbar nach dem Festessen anzuschneiden. Alternativ zur klassischen Hochzeitstorte werden TĂŒrme aus verschiedenen KĂ€se-Sorten, Waffeln Donuts, Cupcakes oder Schokolade mit FrĂŒchten serviert.


Auf meiner Pinterest-Seite habe ich eine tolle Auswahl auf der Pinnwand "Hochzeitstorte Alternativen" (https://www.pinterest.de/derhochzeitsplan/hochzeitstorten-alternativen/) zusammengestellt.

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